Viel Pech und trotzdem gute Ergebnisse beim SKS Sauerland Marathons in Grafschaft für das MTBvD A-Team

August 25, 2010 by admin  
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Nach einer guten Trainingswoche, einer optimalen Vorbereitung des Materials, leckeren Nudeln mit Pilzen am Vorabend und mit einem hervorragend funktionierenden Zeitplan standen Lukas, Tobias und Matthias aus dem MTBvD A-Team am Samstag am Start des SKS Sauerland Marathons in Grafschaft.

Lukas konnte aus einem der ersten Startblöcke ohne große Hindernisse direkt ins Renngeschehen auf der 59 Kilometer-Strecke eingreifen. Und obwohl erst Mitte der Woche gemeldet, bekamen auch Tobias und Matthias noch einen Startplatz in einem der mittleren Blöcke zugeordnet. Trotzdem mussten sich beide nach dem Start erst mal durch die Fahrermenge vor ihnen arbeiten. Das Streckenprofil sah zwar nahezu durchgehend breite Waldwege vor, aber für die ersten schnellen Abfahrten wollten die beiden unbedingt aus dem anfänglichen Gedränge heraus. Also wurde direkt Vollgas gefahren und schon vor der ersten Abfahrt waren beide durch das unbeschreiblich dichte Gedränge von Fahrern, in dem einem zu jedem Nachbar nur einige Zentimeter Platz blieben, bis auf wenige Meter an Lukas herangefahren.

Dann ging es in die erste Abfahrt, die den Rennverlauf für Matthias und Tobias grundlegend verändern sollten. Ein Stein schlitze Matthias’ Hinterreifen auf knapp zwei Zentimetern auf, so dass die Luft schlagartig das Weite suchte. “Ich hörte nur einen Knall, als ob ich über einen Luftballon gefahren wäre und dann musste ich auch schon zusehen, dass ich mit dem Rad von der Strecke runter komme”. Reifen runter, Schlauch raus, neuen Schlauch rein, Reifen wieder drauf, zwei CO2 Patronen reinjagen, hieß es dann unter erschwerten Bedingungen im Brennesselgestrüpp, denn ein paar Zentimeter weiter stürzte sich das restliche Fahrerfeld mit 40 km/h ins Tal. “Eine Reifenpanne auf dem Mittelstreifen der A3 im Berufsverkehr wird recht ähnlich sein”, so Matthias’ Resumée.

Nur einige hundert Meter später hatte es in der Zwischenzeit Tobias erwischt. Auch seinem tubeless-montierten Hinterrad wurde wohl ein Stein zum Verhängnis, der ein so großes Loch verursachte, dass auch die Dichtmilch nicht mehr dichtete: “Ein lauter Knall und dann spritzte das weiße Zeug schon durch die Gegend.”, so Tobias. “Ich habe dann nur noch versucht, heil von der Strecke runterzukommen ohne überfahren zu werden”. Zwar hatte auch Tobias Ersatzschlauch und Kartuschenpumpe parat, bekam das fest – zu fest – montierte Tubelessventil aber nicht aus der Felge. Matthias, der kurz nach seinem eigenen Defekt vorbeikam, versuchte zwar zu helfen, konnte aber ohne Werkzeug auch nichts ausrichten und setzte seine Aufholjagd nach wenigen Minuten fort.

Andere würden aufgeben, Tobias nicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte er einen Zuschauer gefunden, der ihn mit seinem Motorroller zu einem Bauernhof brachte. Auf das Klingeln an der Tür öffnete zwar niemand, aber der Rollerfahrer und gleichzeitig Freund des Bauers, wusste in welcher Scheune die Werkbank war. “Der meinte nur er, er regelt das schon und ich solle mal schauen, ob ich da finde, was ich suche. Rein in die Scheune, Zange gegriffen und nach ein paar Minuten war das Ventil draußen und der Schlauch drin.”, berichtet Tobias begeistert. Nachdem er zurück zur Strecke gebracht worden war, wartete zwar schon der Schlusswagen aber jetzt gab der 16-Jährige nur umso mehr Vollgas und nahm die Verfolgung von ganz, ganz hinten auf. Zuvor musste Tobias aber noch vier Kilometer laufend bis zur nächsten Luftpumpe zurücklegen – beim Aufpumpen war in der Hektik wohl trotz zweier Kartuschen zu viel danebengegangen.

Umso höher ist die anschließende Leistung zu bewerten. Das Ziel erreichte Tobias auf Platz 223 von 317 Fahrern der mittleren Strecke und hatte damit auf seiner Aufholjagd durch das Feld nicht weniger als 94 Fahrer wieder eingeholt.

“Wenn ich in den Ferien morgens schon um 4:45 Uhr aufstehe, dann will ich auch ein paar Punkte für die Trophy-Wertung und kein DNF (Did not finish) mit nach Hause nehmen”, so Tobias, der so erst nach rund 1:30h den Startloop hinter sich gebracht hatte, im Ziel. “Wahrscheinlich hätten wir beide an dieser Stelle weniger aggressiv fahren sollen, hier liegt schon eine Menge abseits der Idealspur im Weg rum”, ergänzt Matthias.
(Anmerkung: Auch Ralf Haupt zerlegte es den Reifen)

Das restliche Renngeschehen war fast schon unspektakulär. Sowohl Tobias als Matthias fuhren Vollgas, um wenigsten noch ein paar Minuten Zeit gutzumachen. Matthias bekam aber schon bald die Konsequenzen dieses Kraftaktes zu spüren. Jetzt in einem deutlich zu langsamen Fahrerfeld unterwegs, musste er sich ständig den Weg freirufen und kam mit seiner Einteilung von Gels und Trinkflaschen durcheinander. “Am vorletzten Berg war dann einfach Ende, da wollte ich nur noch ankommen. Der Rücken schmerzte und auf den Abfahrten zitterten die Beine. Hinsetzten ging wegen der vielen Schläge aber auch nicht – dann wäre ich abgeflogen oder hätte einen weiteren Reifendefekt, der Mantel war ja immer noch kaputt, riskiert”, berichtet Matthias. “Irgendwo – ich hatte gerade einen Riegel im Mund und konnte noch nicht mal eine Warnung rufen – hat dann noch bei rund 50 km/h einer vor mir von der rechten Waldwegspur plötzlich auf die linke gewechselt.” Eine Vollbremsung konnte gerade noch einen Zusammenstoß verhindern aber die Konzentration war danach endgültig verloren.

Für Lukas lief es deutlich besser und schneller – er wurde von Defekten verschont, versäumte es aber, seine Trinkflaschen aufzufüllen. Bei den hohen Temperaturen und der brennenden Sonne reichten die knapp 1,5 Liter nicht für drei Stunden Renntempo. “Die letzten Meter waren eine einzige Qual, mir wurde schon Schwarz vor Augen. Die Beine brannten, wollten schon lange nicht mehr, aber ich wollte noch ins Ziel”, so Lukas total erschöpft nach seiner Ankunft.

Dort war er auf nach 3:01:52 Stunden auf dem 7. Platz bei den Junioren klassiert worden. Matthias erreichte nach 3:18:27 Stunden und auf Rang 33 in der Herrenklasse den Zielbogen, Tobias wurde trotz aller Hindernisse nach 3:37:21 Stunden auf Platz 8. Platz der Junioren gezählt.

Aus sportlicher Sicht zwar größtenteils ein Wochenende zum abhaken, doch das MTBvD A-Team blickt schon wieder in die Zukunft. Tobias optimistisch: “Aus Fehlern lernt man. Wenn wir auch in Zukunft keine Reifendefekte verhindern können, so passieren uns die anderen Fehlentscheidungen bestimmt kein zweites Mal”.

Für das MTBvD Racing A-Team geht es auch direkt weiter. Tobias und Matthias starten am kommenden Sonntag, 29. August, beim 2. Wildwald-Vosswinkel Marathon in Wickede.

Der Tag in Bildern


Schon beim Warmfahren war es warm. Mittags notierten die Offiziellen dann 29 Grad.


Tobias bei der Zieldurchfahrt. Mehr als 60km, 1550 Höhenmeter und ein schwieriger technischer Defekt lagen zu diesem Zeitpunkt hinter ihm.


Brauchte weder Pumpe noch Schlauch: Lukas Löttert wurde von Pannen verschont.


Tobias, Lukas und Matthias nach dem Rennen. Die Ergebnislisten wurden erst mit langer Verzögerung ausgedruckt und waren auch am Abend noch nicht im Internet abzurufen.


Egal. REKOM ist eh der beste Trainingsbereich.

Das MTBvD Team in der Grafschaft (Fotostory)

Juni 8, 2010 by admin  
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Wir haben natürlich auch einige Bilder mitgebracht. Die Erlebnisse des MTBvD A-Teams beim SKS NRW Cup Grafschaft in Bildern:


Die längste aller Anreisen im Rahmen der SKS NRW Cup-Serie hatte das Team bei seiner Ankunft im wilden Hochsauerlandkreis hinter sich.


Der Tag geht zu Ende und beim Blick über die Sauerländischen Highlands fällt der Blick auf MTBvD-Castle, für welches erneut mehr als 50 qm Grundfläche annektiert worden sind.


MTBvD Castle bei Tag und Sonnenschein. Zu viel Sonnenschein. Aber genug der Idylle – wir müssen ja auch endlich mal Rennen fahren.


Los geht’s mit den Junioren. Florian Happ macht hier kurz nach dem Start an erster Stelle ordentlich Tempo, bricht kurz danach aber konditionell ein.


Schon naht die Jugend Fun-Klasse. Tobias erwischte einen super Start und klebt am Hinterrad von Joshua Winz (473), Lukas folgt nach Tim Hollmann auf Platz vier.


Dicht an Dicht gehen die Nachwuchsfahrer in die erste Runde und in ihren ganz persönlichem Kampf mit der erbarmungslosen Hitze.


Wenn man sich die Abstände auf dem vorherigen Bild anschaut, finde ich es umso unverantwortlicher,
dass der ausrichtende Verein immer noch unfähig ist, alle Absperrstahlpfosten mit Tennisbällen
oder Ähnlichem zu sichern. Natürlich fährt jeder auf eigene Gefahr. Wäre ich aber Streckenchef, so würde ich
liebend gern darauf verzichten, irgendwann einer Mutter zu erklären, warum ihr Kind
das Rennen mit einem fingerdicken Stahlpfosten im Körper beenden musste.


Lukas allein im Wald. In der zweiten Runde schlängelt sich Lukas Löttert im Downhill rund um die Bäume.


Tobias kam mit den hohen Temperaturen nicht gut klar. Auch der Wurzeldownhill bot da wenig Erholung.
Die steilen Anstiege machem ihm sonst eigentlich, man beachte die Oberschenkel, keine Probleme.


Die letzten Meter von Lukas Löttert auf dem Weg zu Platz 2 und ins Ziel. Dahinter Joshua Winz mit nur einigen Radlängen Abstand.
Ihm folgt Florian Happ, der als Junioren(!)-Fahrer durch den früheren Start mal zwei Minuten Vorsprung hatte.


Der Körper will eigentlich nicht mehr. Tim Hollmann, Tobias Atzberger und Nick Wichmann (von links nach rechts) gehen an ihre Grenzen und darüber hinaus.


Aber auch das schlimmste Rennen ist irgendwann vorbei. Tobias nachdenklich im Ziel.


Erschöpft aber glücklich über den zweiten Platz flüchtet Lukas erst mal in den Schatten.


Schatten bot auch die MTBvD Teamarea, die wir leider nicht noch näher an der Rennstrecke (hier fahren gerade die Lizenz-Junioren) postieren konnten.


Währenddessen zieht auch Maren Flender in der Sonne ihre Runden auf dem Weg zum zweiten Platz.


Tobias demonstriert hier den unschlagbarer Vorteil der frühen Startzeit in der Jugendklasse: Wenn andere noch fahren, kann man schon
den ersten Regenerations- und Kompensationschlummer einleiten.


Der erste Griff im Ziel geht zum Handtuch, der zweite zur Stop-Taste der Pulsuhr. Gemäß dem Motto “Fakten, Fakten, Fakten” nun im Folgenden für alle Interessierten,
die die krassen Belastungswechsel eines CC-Rennens noch nicht selber erfahren wollten oder konnten, mal die Daten des Herren-Fun-Rennens über drei Runden.


Sieht nicht nur anstrengend aus, fühlt sich auch so an. Aufzeichnung von drei Runden auf der CC-Strecke des SKS NRW Cups in Grafschaft,
dargestellt sind Geschwindigkeit (blau), Trittfrequenz (grün), Puls (rot) und die Höhe (dunkelrot
ausgefüllt). Daneben die Zeit in den einzelnen, durch eine Leistungsdiagnostik bestimmten, Pulsbereichen.
Fazit: GA1-Training wird vollkommen überwertet. Das braucht im Wettkampf eh kein Mensch :)

Zahlreiche weitere Bildchen im Album: http://mtbvd-forum.de/album.php?albumid=303

NRW-Lexxi-Cup 4. Lauf Grafschaft, Nils Ader im Führungstrikot, Julian Rottman auf Platz 3 (Update)

Juni 8, 2010 by admin  
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Strahlender Sonnenschein und richtig Lust auf’s Rennen fahren. Der Rundumblick in der Startaufstellung ließ die üblichen Verdächtigen erkennen. Zwar fehlte mein Teamkollege Pepe Rahl und der schnellste Mann aus NRW, Alexander Bunn, dafür war wieder Thijs Wolsink am Start und diesmal im Trikot des holländischen Meisters. Der Start klappte wieder ganz prima und somit konnte ich als erster auf die Strecke.
Schnell konnte ich mit Thijs an der Spitze einen kleinen Vorsprung herausfahren,
grafschaft_02_2010

als zweier Gespann konnten wir unser eigenes Tempo fahren,
grafschaft_03_2010

in der dritten Runde konnte mit einer starken Einzelleistung mein Teamkollege Julian Rottmann noch zu uns aufschließen, allerdings konnte keiner von uns dem Angriff von Thijs in Runde 4 etwas entgegensetzen, die Tempoverschärfung riss unsere dreier Gruppe sofort wieder auseinander und so gab es kein Fotofinish nach der 5. Runde am Ziel. Die akuellen Zeitabstände im Ziel waren so gefühlte 20sek., aber da müssen wir erst noch die Auswertung der Zeitmessung abwarten.
Auf jedenfall haben wir wieder ein schönes Foto von der Siegerehrung.
grafschaft_04_2010

weil ich nämlich beim nächsten Rennen als Gesamtführender des NRW-Lexxi-Cups an den Start darf
grafschaft_05_2010

alles Weitere unter www.nils-ader.de.tl

***UPDATE***
Rennbericht von Dietmar Rottmann

Strahlende Gesichter bei der Siegerehrung des 4. Laufes zum Lexxi-Cup in Schmallenberg-Grafschaft. Nils Ader holte sich erstmals das U13-Führungstrikot im diesjährigen Lexxi-Cup.
Mit Platz 2 und 3 belegten Nils Ader und Julian Rottmann erneut Podestplätze, während der Sieg diesmal an den überlegen fahrenden Niederländer Thijs Wolsink ging. Am Vortag noch niederländische Meisterschaft gefahren, tags drauf nach Grafschat, Respekt!

Bei der hochsommerlichen Hitzeschlacht lieferte sich Nils Ader 3 von 5 Runden lang ein tolles Duell mit dem jungen Niederländer. 1 Runde Thijs vorn, 2. Nils, 3. wieder Thijs. Erst in der 4. von 5 Runden konnte sich Wolsink entscheidend absetzen und letztlich 18 Sekunden Vorsprung auf Nils herausfahren.
Teamkollege Julian blieb 3 Runden lang in Sichtweite der beiden Führenden, schloss zwischenzeitlich auf dem Asphaltstück in Zeitfahrmanier kurzzeitig zu Nils auf, konnte das Tempo der beiden Jahrgangsälteren letztlich aber nicht halten und belegte 18 Sekunden hinter Nils souverän Rang 3. Das hohe Tempo belegen die schnellste Rundenzeit von Nils und Julian mit jeweils 3:56 Min. in der 2. Runde. Eine Zeit von unter 4 Minuten konnte außer dem Sieger Thijs Wolsink kein weiterer U13-Fahrer erreichen.
Teamkollege Pepe war in Grafschaft leider nicht am Start, aber spätestens in 14 Tagen in Bergisch-Gladbach sind die 3 A-Teamfahrer wieder komplett.

Die nächste Schlacht wird geschlagen – SKS Cup Grafschaft

Juni 8, 2010 by admin  
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Rennbericht von torxTR

Aktuell zieht das MTBvD Racing A-Team jede Woche in eine andere Schlacht. In Hagen wurde das Rennen zur Schlammschlacht, eine Materialschlacht führen wir sowieso immer und jetzt also Grafschaft, der vierte Lauf des SKS NRW Cups – und eine Hitzeschlacht.

Vor allem steile, schonungslos der Sonne ausgesetzte Anstiege kennzeichnen die Strecke im Hochsauerlandkreis. Bergab geht es entweder über ein paar schmale Trails, die sich über Wurzeln um ein paar Bäume schlängeln oder geradeaus und verdammt schnell quer über Wiesen. Eine Strecke also, die weniger technisches Können als Kondition und Ausdauer der Fahrer verlangt.

Und dann war da ja noch die Hitze. Meist müssen die Fahrer der Jugend-Klasse, die um 8.32 Uhr auf die Strecke gelassen werden, so früh am Morgen noch zu Armlingen und Langarmtrikot greifen. In Grafschaft wären sie stattdessen um jedes Kleidungsstück weniger und jeden Zentimeter Reißverschluss mehr froh gewesen. So mancher Fahrer kam denn auch nicht mit diesen ungewohnten Bedingungen klar. Schon nach wenigen Minuten wurde das Feld auseinandergesprengt und die Rückstände wuchsen trotz der kurzen Renndauer von nur zwei Runden in den deutlichen Minutenbereich.

Platz 2 für Lukas, Tobias kämpft mit der Hitze
user606_pic3185_1275920536Unsere beiden Nachwuchsathleten Lukas Löttert und Tobias Atzberger standen daher auch mit gemischten Gefühlen am Start. Gerade Lukas stand als Cup-Führender unter einem besonderen Leistungsdruck: „Ich muss hier mal wieder alles geben, was geht. Der Abstand nach hinten ist hauchdünn, und ich möchte natürlich auch wieder im Führungstrikot abreisen. Und dann noch diese Hitze!“.

„Ich würde schon jetzt gerne duschen, obwohl ich nur 30 Minuten Warm-Up auf dem Rollentrainer hinter mir habe und dabei schon eine gefühlte Badewanne leergetrunken habe. Diese Temperaturen sind gar nicht mein Ding. “, beschrieb Tobias seine Gefühle vor dem Start. Trotzdem erwischte der 16-Jährige einen sensationell guten Start und ging an zweiter Stelle in den ersten Anstieg hinein.

Nach zwei absolvierten Runden sah die Welt jedoch ganz anders aus. Zwischendurch hatte sich mal wieder Tim Hollmann vom Feld abgesetzt und war in das mit zwei Minuten Vorsprung gestartete Feld der Junioren reingefahren. Diesen Vorsprung konnte der Fahrer des ATV Haltern bis ins Ziel retten und holte sich damit die Cupführung zurück. Lukas: „Der hat ein solches Wahnsinnstempo gemacht, wenn ich da drangeblieben wär, hätte ich das Ziel nicht lebend erreicht“. Lukas überlebte und erreichte das Ziel auf dem zweiten Platz, den er jetzt auch in der Gesamtwertung mit nur 25 Punkten Rückstand innehat.

Tobias kämpfte sich schließlich an neunter Stelle mit drei Minuten Rückstand auf den Sieger ins Ziel, er hatte unterwegs wegen Kreislaufproblemen auf die Bremse treten müssen. „Bei Puls 195 habe ich dann mal abgeriegelt, das ist viel zu viel für mich. Wir sind ja einiges gewöhnt, aber das war grausam. Ein Wunder, dass hier keiner vom Rad gekippt ist. Am Ende habe ich alles ins Gesicht geschüttet was zu fassen war – Cola, Iso, Wasser total egal.“, so Tobias’ Bilanz des Tages.

Platz 2 auch für Maren Flender
Das MTBvD Racing A-Team hatte zwar vorgesorgt und sorgte mit genau 16,5 Litern stillem Trinkwasser, sechs Litern Sprudel und knapp 380 Liter Brauchwasser dafür, dass die Sportler ihren Flüssigkeitshaushalt im Griff halten konnten. Auf die Sonne hatte man jedoch keinen Einfluss und so musste auch Maren Flender ihr Rennen bei den Frauen der Lizenzklasse ohne eine Wolke am Himmel bestreiten. Nach einer Gesamtzeit von 1:14:11 Stunden kam sie als Zweite ins Ziel: „Der Rückstand war ordentlich. Aber ich konnte mein konstantes Tempo fahren und dieses auch bis zum Ende durchhalten, mit der Hitze kam ich dabei eigentlich ganz gut klar. Umso schöner, dass dabei noch Patz 2 herausgekommen ist“.

Matthias fährt knapp am Podest vorbei
Gut klar mit den warmen Temperaturen kam auch Matthias, dessen Rennen in der Herren Fun-Klasse erst am Nachmittag startet: „Beim Aufwärmen waren die Beine miserabel, es war viel zu warm und ich hatte schon Bedenken, zu viel getrunken zu haben“. Der Start war dann auch eher unglücklich. In der zweiten Reihe aufgestellt war die Kraft zum nach Vorne fahren zwar da, der Weg aber nicht frei. „Aus dem Weg schubsen, ins Schaltwerk fahren oder die – leider eigene – Bremse ziehen waren die Alternativen“, so Matthias. Am Ende ging er dann Mitten im Feld in den ersten Downhill und wurde kräftig ausgebremst. „Der Fahrer vor mir hatte schon im Startblock erzählt, dass er eigentlich nur Rennrad fährt. Das war dann leider auch mehr Parken als Fahren. Selbst auf dem Wiesendownhill ist der gefühlt im Rückwärtsgang gefahren.“* Die Spitzengruppe war also erst mal weg. Weit weg. Aber mit jeder Runde drehte Matthias mehr auf. Während die meisten Fahrer seiner Klasse von zu Runde langsamer wurden, fuhr er mit 13:18 Minuten in der letzten Runde die zweitschnellste Rundenzeit. Bei den schnellen Abfahrten konnte er sich ja auch blind auf seine Magura Marta SL verlassen und erst einige Sekunden vor Einschlag in die Heuballen bremsen. “Ich kam erstaunlich gut zurecht. Die langen, steilen Anstiege liegen mir einfach.”

In der letzten Runde gab es dann noch ein ganz besonderes Erlebnis: „Da bretterst du mit Puls 190 in eine Abfahrt, bist eigentlich sehr mit dir selbst und der Strecke beschäftigt und dann läuft da mitten auf der Strecke ein Hund rum, weil irgendwelche Zuschauer nicht nachdenken. Aber ich bremse auch für Tiere.“ Auch eine kurzfristige Kontaktaufnahme mit einem der schnellen Seniorenfahrer konnte Matthias ohne Sturz beenden.

„Einer unsere Betreuer hat mir beim letzten Trinkflaschenwechsel irgendwas wie „Rückstand Platz drei“ entgegen gerufen. Ich hab’s auf die Hitze geschoben und ihn für wahnsinnig erklärt, aber das stimmte ja wirklich.“ Am Ende stand denn auch ein fünfter Platz für Matthias auf der Rechnung, mit nur sechs Sekunden auf den Vierten und nur 15 Sekunden auf den dritten Platz. So wusste er im Ziel auch nicht, ob er sich freuen oder ärgern sollte: „Eine Runde mehr und ich hätte die beiden auf jeden Fall noch bekommen. Die Beine waren gut, der Kreislauf war hier das Limit. Alternativ hätte ich den Hund umfahren können.“, so Matthias humorvoll.

Unglücklich lief es für Waldemar Fuchs, der sein Rennen in der Senioren-Klasse nach zwei Runden aufgeben musste. Nicht am Start in Grafschaft war Eberhard Schulte, der in der letzten Woche die Bike Trans-Germany bestritten hatte und diese auf einem starken 88. Platz im Gesamtklassement beenden konnte.

Als die Sonne endlich über den Berggipfeln des Sauerlands verschwand, war das Team schon in weiter Ferne. In Rekordzeit hatte man das Equipment zusammengepackt und verladen und bog so gerade auf die A46 ab, als die ersten Regentropfen auf die Windschutzscheibe schlugen.

Nächster Halt: Sympatex Bike Marathon Willingen, 12. Juni

NRW Trophy in Grafschaft

August 25, 2008 by admin  
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Was für ein Sauwetter und trotzdem ging es in Grafschaft beim Sauerland Marathon auf die längste Distanz in den jeweiligen Wertungsklassen. Die Kurzdistanz betrug 47km mit 1300hm, auf der mittelren Runde waren es sogar 60km mit 1600hm.

Unsere Athleten waren einmal mehr sehr gut auf die Trophy vorbereitet. Johannes Schulte ist bei den Junioren nicht zu schlagen. In 2:08h triumphierte er erneut auf der konditionell sehr fordernden Strecke. Hannes Wehrmann und Björn Sonnenschein fuhren bei den Junioren auf die Plätze 5 und 6. Für unseren zweiten A-Team Fahrer das beste Saisonergebnis. Sascha Wehler (Senioren I) und Dominik Twer (Herren) fuhren abermals in die Top 10 und belegten beide den siebten Rang und erreichten damit die gleiche Zeit wie Sieger Johannes Schulte.

Bei den Senioren I belegte Timo Anders Rang 16, Thorsten Hirsemann zeigte sein bestes Saisonrennen und belegte mit einer Zeit von 2:26 den 20. Rang vor Markus Schürmann (22.), Marco Sprafke (28.) und Christian Kühn (31.).

Unsere Damen zeigten ebenfalls solide Leistungen. Rebecca Neinhaus wurde bei den Frauen Fünfte, Kirsten Schürmann nach auskurierter Erkrankung im starken Feld der Seniorinnen I sogar Vierte. Read more